ROUTENINFOS 

Gebirge: 
Zugspitzregion – Bereich Wetterwand – Ehrwalder Alm

Gipfel: 
Zugspitze – Wetterwandeck, ca. 2700m

Route: 
Südwand „Therapie“

Länge: 
Ca. 1000 Meter bis zur 33. Seillänge
Ca. 650m bis zur 20. Seillänge

Schwierigkeitsgrad: 
8+/9- (7+ obl.)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Update 5. Begehung:

Wir sind die Tour im Jahr 2016 geklettert und bis auf die 7. SL fast alles im „Team-onsight“ geklettert. Laut Wandbuch war das die 5.Begehung. Christoph „Gigo“ Langes

Charakteristik: 
Außerordentlich lange Route mit anhaltenden Schwierigkeiten in einer riesigen und unübersichtlichen Wandflucht voller Türme, Pfeiler und Rinnen.

Absicherung: 
Die Route ist mit über 350 Edelstahl-Bohrhaken hervorragend abgesichert.
Dennoch muss der 7. Grad mehrfach obligatorisch geklettert werden. Eine zusätzliche Sicherung mit Keilen oder Friends erübrigt sich. Grundsätzlich gäbe es auch wenig sinnvolle Möglichkeiten dazu. Meiner Meinung nach hätte man vielleicht etwas weniger Hakenmaterial einsetzen können, ohne dass die Route gefährlicher wird.

Zustieg: 
Von der Ehrwalder Alm folgt man dem oberhalb gelegenen Skilift direkt in Richtung der riesigen Südwand. An der Bergstation geht es kurz bergab in ein kleines Waldstück um dann etwas mühsam am Rande des größten Geröllfeldes bis unter die Wand zu gelangen. Teilweise erkennt man Steigspuren.
Der Einstieg ist durch einen mehr oder weniger ausgeprägten Pfeiler zu erkennen. Neue 10mm Inox-Bohrhaken weisen den Weg.
Gehzeit von der Alm ca. 40 Min.

Abstieg:
Bis zur 20. Seillänge am großen Turm kann mit einem Doppelseil über die Route abgeseilt werden.
Vom Ausstieg am Gipfel gibt es mehrere Möglichkeiten:

– Übernachtung auf dem Müncher Haus am Zugspitzplatt (DAV-Hütte).
– Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn nach Ehrwald.
– Abstieg zur „Knorr Hütte“ (DAV-Hütte) und weiterer Abstieg übers „Gatterl“ zur Ehrwalder Alm. Mindestens 3 Stunden.
– Es existiert eine Abseilpiste in der Scharte zwischen Wetterwandeck und Plattspitze, die aber niemand so richtig kennt. Scheinbar soll sie gut zu finden sein. Ca. 2 Stunden bis zur Ehrwalder Alm.

Prädikat: 
Eine kostenlose Klettertherapie.
Denn wer es bis zum Gipfel im Rotpunktstil schafft (Ausdauerproblem), ist erst mal therapiert.

Tipp: 
Wer bis zum Gipfel möchte, sollte einen langen Sommertag einplanen.
Genügend zu trinken, eine Stirnlampe, eine Windjacke, ein Handy für Notfälle,
ein paar Müsliriegel und Abstiegsschuhe sollten nicht fehlen.

Weitere Infos von den Zweitbegehern: 
Haben am 29.06.10 den 3. Gesamtdurchstieg der Therapie gemacht; die Route ist sehr gut abgesichert und leicht zu finden, so dass das Wandbild zur Orientierung vollkommen ausreicht; nach der 20. SL kann noch problemlos abgeseilt werden, und wer hier bereits Ermüdungserscheinungen hat, dem sei dies angeraten; in der Gipfelwand kommen noch ein paar schwere Stellen, die zwingend zu klettern sind und auch durch mobile Sicherungsmittel nicht entschärft werden können; ein Rückzug über die Route inklusiv zurückklettern der Abseilstrecke ist zwar möglich, aber langwierig und mühsam. In einem solchen Fall ist dann wohl mit einem Biwak zu rechnen; im Schuttkessel unter der Gipfelwand lag noch Schnee (konnte aber umgangen werden) und es floss reichlich Schmelzwasser; bis auf den 1.Turm nach der 20. SL klettert man sehr viel im Schatten, so dass sich der Durst selbst an Hochsommertagen in Grenzen hält; am Ausstieg nach der 32. SL steigt man noch 5-10 Minuten vollends zum Gipfel auf; wir haben uns für den Abstieg übers Platt entschieden und eine schöne Abendwanderung übers Gatterl zurück zur Ehrwalder Alm; vom Gipfel bis zur Alm benötigten wir knapp 3 Stunden; alternativ gibt es eine vom Erstbegeher eingerichtete Abseilpiste aus der Scharte zwischen Wetterwand und Plattspitze.

Meine persönliche Anmerkung dazu: 
Uns war nicht ganz klar, wo es nach der 20. Seillänge genau hin geht. Soll man erst mal in brüchigem Gelände weiter steigen und dann irgendwie queren oder muss man sofort in den Kessel abseilen…?

Nach späteren Informationen vom Erstbegeher Markus Noichl geht es bis auf den höchsten Punkt des Pfeilerkopfes. Hier gibt es irgendwo eine Abseilstelle, um in den Kessel unter der Gipfelwand zu gelangen.

Empfehlung: 
Die ersten neun Seillängen bis zum Wandbuch sind wirklich schön und weisen guten Fels auf. Der Baseclimb ist an einem Tag von Ehrwald aus locker zu schaffen (9- oder 7/A0). Das aktuelle Top dazu wird demnächst hier eingefügt.

Letztes Update der Beschreibung: Juni 2018