ROUTENINFOS 

Gebirge:
Tannheimer Tal

Massiv:

Rote Flüh Westwand

Route:
„Im Westen nichts Neues“

Kletterlänge:
Ca. 170 m Meter, 6 Seillängen

Schwierigkeitsgrad:
1.SL 8-,   2.SL. 6+,   3.SL 8-,   4.SL 8-,   5.SL 6+,   6.SL3

Charakteristik:
Interessante Route die in den ersten zwei Seillängen eine gute Stehtechnik erfordert. Danach wird es athletisch. Eine überhängende Verschneidung weist den Weg.

Der Fels ist in den meisten Seillängen gut. Nur im gelben Wandbereich wird er etwas splittrig und leicht brüchig. Alle schwierigen Passagen sind ausgeputzt und gut eingebohrt. Dennoch können ein paar mittlere Friends/Camalots zur weiteren Absicherung eingesetzt werden.

Die Route bietet sich sehr gut für den Nachmittag (Sonne) an, sofern kein Betrieb (z. B. am Wochenende) auf der nahe gelegenen Abseilpiste herrscht. Denn die erste Seillänge ist unter Umständen dem Steinschlag ausgesetzt. Danach ist man sicher.

Abseilpiste:
Nach der fünften Seillänge kann mit einem Doppelseil über die Route abgeseilt werden.

Wer kein 60 m Doppelseil Seil hat, sollte im oberen Teil ein paar Zwischensicherungen klippen, ansonsten hängt man möglicherweise im Freien…

Absicherung:

Mit Schwerlastankern hervorragend gesichert.

Dennoch sollten ein paar mittlere Friends/Camalots am Gurt hängen.

Prädikat:
Empfehlenswert für alpin versierte Kletterer die dem Trubel der Südwandklassiker ausweichen möchten.

Führermaterial:
Auswahlkletterführer Allgäu/Tannheimer Tal erschienen im Panico Verlag

Halteverbotsschild: 
Das Halteverbotsschild stammt aus der alten Technoroute „Westverschneidung“ und war schon da.

Tipp:
Nur bei trockenen Verhältnissen einsteigen. Am besten nach Mittag. Dann gibt es Sonnenlicht in der Westwand.

Anmerkung:
An den Südwänden der Tannheimer Berge haben wir eine sehr unterschiedliche Gesteinsqualität. Von herrlich festen Platten bis extrem bröseligen Überhängen findet man alles. Manchmal sogar in einer Route auf engstem Raum. Aus diesem Grund habe ich bei einigen meiner Erstbegehungen nachträglich ein paar wichtige Griffe/Tritte mit Sika unterstützt. Es ging mir nicht darum eine Route zu bauen, sondern Wege zu hinterlassen, die für kommende Kletterer in der Gesteinsqualität und den technischen Anforderung gleichbleibend sind. Es wäre zu schade und ärgerlich, wenn sich durch Griffausbrüche die Schwierigkeiten ständig ändern und die Routen deshalb nicht mehr nachvollziehbar sind. Mein Beweggrund ist, in einem solch hoch frequentierten alpinen Sportklettergebiet schöne Kletterwege zu hinterlassen. Ich hoffe, sie bleiben über viele Jahre in ihrer Art und in ihre Homogenität  erhalten, so dass sie allen Wiederholern viel Freude bereiten. Denn nur dann lohnt sich die ganze Arbeit in meiner Freizeit. 

Wer damit nicht einverstanden ist, sollte andere Routen anvisieren. Doch in den meisten der viel begangenen Südwand Touren wurde aus ähnlich nachvollziehbaren Gründen ganz bewusst brüchige Felspartien abgeräumt, manchmal verfestigt und Bohrhaken von oben kommend eingeklebt. Die große Beliebtheit des Gebietes und die zurückgegangenen Unfallzahlen stehen für sich.