Routeninfos

Region:

Oberallgäu

Talort: 

Reichenbach vor Oberstdorf

Gebiet:

Obere Gaisalpsee Fälle

Allgemeines:                                                                                                                                                         

Am unteren Gisalpsee Wasserfall tummeln sich jeden Winter hunderte von Eiskletterern, um am legendären Eisfall herumzupickeln.

Der darüber liegende „obere Sektor“ ist nicht so hoch, dafür aber breiter ausgerichtet. Hier warten einige schöne Eislinien, sowie extrem schwere Mixed-Projekte in einem völlig überhängenden Amphitheater.     Meist ist man in den Routen alleine unterwegs. Grund dafür ist der lange und bei viel Schnee beschwerliche Zustieg aus dem Tal. Die Eiszapfenrouten bilden sich nur in durchgehend kalten Wintern stabil aus. Sobald der Föhnwind über das Nebelhorn herüber bläst, ist es dann auch schon wieder vorbei…

Die neue, hier beschriebene Linie nützt die erste Seillänge des „Seltänzertraumes“ und führt dann rechts weiter über kleine Felsüberhänge und Eisglasuren bis zum höchsten Punkt des gesamten Sektors.

Routenname:

Neandertaler    

Wer hier oben in diesem gewaltigen Amphitheater schon mal ins Illertal geblickt hat, erinnert sich zwangsläufig an unsere Vorfahren die vor Jahrtausenden in Höhlen Unterschlupf gesucht haben.

Länge:

Ca. 120m, 3 Seillängen

Schwierigkeitsgrad:
Die erste recht überhängende Seillänge des Seiltänzertraumes wurde von mir saniert. Dabei war nicht  erkennbar, ob die Linie schon mal ernsthaft Rotpunkt geklettert wurde. Der Fels war in einigen Bereichen noch sehr brüchig. Typische „Kratzspuren“ und „Hooks“ waren nicht erkennbar.

Während der Sanierung legte ich aus Sicherheitsgründen die Kletterlinie ein klein wenig weiter nach rechts in besseren Fels. Größere und absturzbereite Fels-Schuppen entfernet ich, so dass der erste Standplatz nicht durch Steinschlag gefährdet ist.

Vom zweiten Standplatz in einer Nische geht es über den nächsten, nicht ganz so weit ausladenden Überhang. Bohrhaken weisen den Weg gerade hinauf unter den letzten Aufschwung. Dieser wird in der dritten Seillänge mit kleinen Schleifen nochmals recht ausgesetzt erklettert.

Charakteristik:

Sehr steile und abwechslungsreiche Mixedkletterei in einer herrlichen Kulisse. Die Route ist sicher und kann auch bei unterschiedlichen Eisverhältnissen angegangen werden.

Absicherung:

Die Standplätze und schwierige Passagen sind mit Edelstahl-Bohrhaken ausgerüstet. Je nach Eisdicke könnten vielleicht ein bis zwei kurze Eisschrauben nützlich sein.

Abseilpiste  

Über die Route

Material:

50m Doppelseil, Helm, zwei Eisgeräte, Steigeisen zum Mixedklettern, zwei kurze Eisschrauben,
10 Express Schlingen, 2-3 Bandschlingen, Abseil- und Sicherungsgerät, Erste Hilfe Ausrüstung.

Schwierigkeitsgrad:  

Die erste Seillänge des Seiltänzertraumes wurde im Führer mit M 9- angegeben. Das will ich mal so stehen lassen. Danach dürften sich die Schwierigkeiten, je nach Verhältnissen, bei M6 – M7 einpendeln.

Wer mich kennt, weiß, dass ich wegen den variierenden Verhältnissen kein Fan von Mixedbewertungen bin und das lieber anderen überlasse.

Rotpunktbegehung:

Walter Hölzler im Februar 2017

Zustieg:

Von Reichenbach bei Oberstdorf bis zum Parkplatz der Gaisalpe (gebührenpflichtig). Dem für Kfz gesperrten Forstweg in Richtung Gaisalpe folgen. Nach einer kleinen Brücke kommt man aus dem Wald und erkennt links am Hang die Gastwirtschaft. Hier verlässt man die Forststraße und steigt an einem Stadel vorbei bis zum Waldrand. Ein großer Sommer-Wegweiser gibt die Richtung des Wanderweges zum Gaisalpsee bzw. Rubihorn vor. Sollten jedoch keine Schnee-Trittspuren erkennbar sein, kann die Wegfindung bis zum See anspruchsvoll und herausfordernd werden. Im steilsten Wegabschnitt sind mehrere kleine Lawinenhänge zu queren.

Am See angekommen, erkennt man die großartige Kulisse des oberen Sektors, der nun einfach zu erreichen ist.

Abstieg nach der Route:

Über den Aufstiegsweg zurück ins Tal.

Prädikat:

Empfehlenswert!
Schöne Mixed- Kletterei in herrlicher Umgebung und entsprechend guter Absicherung.

Tipp:

Natürlich sind auch an einem Tag mehrere Routen im oberen Sektor kletterbar. Dann sollte man jedoch mehr Eisschrauben mitnehmen.

Im Kletterführer Bregenz bis Garmisch“ wird die zweite Seillänge des „Seiltänzertraumes“ mit WI 7 angegeben. Die dünne Eiskerze bildete sich schon viele Jahre nicht mehr aus, so dass meiner Meinung nach nicht ansatzweise ein Versuch vertretbar gewesen wäre. Grundsätzlich stelle ich mir sowieso die Frage, ob der Seiltänzertraum überhaupt schon einmal im Vorstieg durchgehend geklettert wurde…

Eis-Kletterführer :  

HIER