Die schönste Linie in der höchsten Wand am „Matterhorn der Allgäuer Alpen“

 

Routeninfos

Gebiet:

Allgäuer Alpen

Talort:

Oberstdorf

Gipfel:

Trettachspitze, 2595m

Exposition:

Ostwand

Route:
„Orientexpress“

Namensgebung:

Der Orientexpress führt den Reisenden in einer langen und abenteuerreichen Zugfahrt in den für uns „West Europäer“ wenig bekannten Osten.

Die Trettach Ostwand befindet sich in einem sehr schwierig zugänglichen und abgeschiedenen Gebiet. Die Weg zur Route sowie die Kletterei an sich ist lang und herausfordernd. Eine spannende Reise zur unbekannten Ostseite des „Allgäuer Matterhorns“.

Kletterlänge:

440 Meter – 12 Seillängen

Absicherung:

Die Route wurde mit 60 Edelstahl Bohrhaken ausgerüstet.

Zusätzlich werden mobile Sicherungsmittel empfohlen.

Schwierigkeitsvorschlag:

8- (6+/A1)

Idee und Realisierung der Route:

Walter Hölzler, Klaus Noichl und Martin Hehle im Jahr 2014

Erste Rotpunktbegehung:

Walter Hölzler im September 2014

Allgemeines:
„Orientexpress“ ist eine direkte Freikletterroute durch den zentralen Wandteil der Trettach Ostwand. Angelehnt an die berüchtigte „Lobenhoffer Route“ (6/A2) wurden extrem brüchige Passagen ausgelassen und eigenständige Seillängen in besseren Fels verlegt. Pfeilerartige Felsaufschwünge schützen die achtsam gewählten Standplätze so gut es geht vor Steinschlag. Dennoch ist gerade im unteren Sektor die Gefahr nicht ganz auszuschließen. Bei einer Begehung im Jahr 2017 wurde ich am zweiten Standplatz von einer Steinsalve überrascht. Vermutlich durch heftige Windböen ausgelöst. Nach Erster Hilfe Maßnahme schafften wir es, die stark blutende Fleischwunde am Arm soweit zu versorgen, dass ich mich als Vorsteiger trotz schmerzverzerrtem Gesicht bis zu Gipfel durchbeißen konnte. Ein angedachter Rückzug hätte genau so lange gedauert und wurde deshalb ausgeschlossen.

Handy Kontakt hatten wir keinen.

Im Großen und Ganzen ist der Fels für Allgäuer Verhältnisse ordentlich fest und gut zu begehen. Zwei Tage hatten wir nach dem Einrichten der „Orientexpress“ dazu verwendet, um gefährliche Gesteinsbrocken aus der Route zu entfernen. Dennoch müssen anspruchsvolle Passagen bis zum Grad 6+ in nicht immer zuverlässigem Gestein souverän geklettert werden. Insgesamt ein spannendes Unternehmen in einem der wildesten und abgelegensten Winkel der Allgäuer Alpen.

Der Gesamtanspruch ist auf jeden Fall höher, als die Begehung der Route „Spiel der Geister“ (7) an der Trettach Westwand.

Stützpunkt:

Gasthaus Einödsbach  – Tel. 0049-(0) 8322-98454
Waltenberger Haus

Zugang:

Siehe Topo

Anmerkung zum Zugang:

An der Ostwand nicht den ersten Bohrhaken in schwarzem Fels folgen, sondern weiter links unter kleinen Überhängen an der Wand entlang hoch steigen. Grüne Pfeile am Fels markieren den Zustieg. Die Route beginnt erst im äußerst linken Wandbereich. Siehe Bild Nr. 4 und Nr. 6.

Nach der Veröffentlichung des „Orientexpress“ wurden zwei weitere Kletterwege in unmittelbare Nähe eingebohrt. Beide Routen starten von unten gesehen rechts der „Orientexpress“. Eine kreuzt diesen im oberen Wandteil, noch vor der „Lobenhoffer Rampe“. Hier nicht links queren, sondern rechts zur großen Rampe hinauf (logische Linie). In den letzten zwei Seillängen immer gerade hinauf zum Grat.

Schwierigkeitsgrad der einzelnen Seillängen:

5-, 6, 6+, 6, 7, 6-, 7+/8-, 7+/8-, 6+, 5, 6, 6

Zuletzt am Nordostgrat in einer Seillänge (II-III) bis zum Gipfel.

Prädikat:
Für Alpinisten und Liebhaber der Allgäuer Alpen sehr empfehlenswert!

Abstieg:

Über den Nordwestgrat oder den Nordostgrat (jeweils II – III) zurück zum nordseitig gelegenen Normalweg.

Material:

Doppelseil mit mindestens 55 Metern Länge, Helm, Bandschlingen, 10 Express Schlingen, Satz Camalots/Friends, Schraubkarabiner, Abseilgerät.

Führer:
Der Auswahlführer „Allgäu und Ammergau“. Erschienen im Panico Verlag.

Die Route „Orientexpress“ ist darin noch nicht enthalten.

Weitere Hinweise:

  • Der Abstieg von der Scharte am Normalweg in Richtung Einstieg der Trettach Ostwand ist schrofig und steil. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit im Steilgras ist angebracht.
  • Nur bei wirklich stabiler Wetterlage einsteigen!
  • Ein Rückzug aus der Route durch Abseilen ist möglich.
  • Beim Abstieg vom Gipfel über den Normalweg kommt man nicht mehr am Einstieg des „Orientexpress“ vorbei. Deshalb ist von einem Rucksack Depot unter der Ostwand abzuraten.

Trettachspitze mit Bergführer:

Gerne führe ich Dich auch über die Normalroute (Schwierigkeitsgrad III+) zum Matterhorn der Allgäuer Alpen und erzähle Dir während unseres Aufstieges viele Abenteuer von wilden Besteigungen.

Preis für die Überschreitung: 350,- Euro (1 Gast) –  450,- Euro (2 Gäste)

Kontakt für einen individuellen Termin: HIER