Rote Platte – „Weg der bunten Steine“

Der vom Alperschontal sichtbare Gipfel mit seiner großteils völlig überhängenden Westwand ist eigentlich nur ein Gratausläufer der Roten Platte. Bis zum Jahr 2002 hat es gedauert, bis die Gebr. Schafroth die Idee einer Durchsteigung realisierten. Was dabei heraus kam, ist absolut empfehlenswert…

 
ROUTENINFOS

Gebirge:
Lechtaler Alpen (Österreich)

Gipfel:
Rote Platte, 2518m

Anfahrt:
Von Reutte in Tirol in Richtung Lechtal bis zum Ort Bach

Zugang:
Von Bach im oberen Lechtal mit dem Fahrrad ins Madautal. Bei der Abzweigung zur Ansbacher Hütte weiter in Richtung Alperschontal (Forstweg). Ca. 1,5 Stunden.

Nun dem Wanderweg auf der rechten Talseite ins Alperschontal folgen. Links oben erkennt man bald schon die mächtige Wand der Roten Platte. An der Stelle an der der Bach von der Roten Platte kommend einmündet, überquert man das Wasser und steigt in Richtung der Wand auf. Zuerst folgt man einem trockenen Bachbett und später steilen Grashängen bis zu einem gut sichtbaren „Hinkelstein“ (Biwakplatz). Ca. 1 Stunde ab Fahrraddepot.

Von hier in ca. 15 Minuten über den Vorbau (II) zum ersten Standplatz mit Bohrhaken.

Routen:
„Weg der bunten Steine“  14 SL/8
“König der Lüfte” 14 SL/7+

Kletterlänge:
Ca. 500m

Schwierigkeitsbewertung:

„Weg der bunten Steine“  6, 7-, 7-, 3, 7+/8-, 5+, 6-, 8, 7+, Gehgelände, 6+, 8, 8-, 6-

„König der Lüfte“ 6, 7-, 7- 5+, 4, 2, 5+, 7+, 7-, 6, 7-, 7-, 6-, 6

Exposition:
West

Charakteristik:
Beeindruckende Kletterei in absolut alpiner Umgebung.

Felsqualität:
Meist guter bis sehr guter Hochgebirgskalk mit wenigen brüchigen Stellen. Nur an manchen Ständen ist auf herumliegendes Geröll zu achten.

Absicherung:
Mit Edelstahl-Schwerlastankern dem Schwierigkeitsgrad entsprechend gut abgesichert. Zur weiteren Absicherung können kleine und mittlere Cams/Frieds eingesetzt werden.

Abstieg:
Über beide Routen „Weg der bunten Steine“ kann mit Doppelseil abgeseilt werden.

Vom Vorgipfel dem Gipfelgrat folgen bis man über das rechte Kar ins Alperschontal absteigen kann. Am Abbruch quert man 50 Meter nach links zur ersten Abseilstelle. Hier 50 m abseilen und wieder nach links zu BH hinaus queren. Von dort steigt man 40 m nach links zur nächsten Abseilstelle ab. Jetzt nochmals 50 m bis ins Kar absteigen. Ab hier sind es 10 Min zum „Hinkelstein“.

Vom Hauptgipfel über den Nordgrat zum Mergelgrat der Freispitze und dann weiter ins Alperschontal oder zum „Hinkelstein“ absteigen.

Tipp:

Unterhalb der Wand befindet sich am markanten „Hinkelstein“ ein schöner Biwakplatz.

Laut Erstbegeher, Jürgen Schafroth ist der „König der Lüfte“ etwas schöner bzgl. der Felsqualität und der Homogenität der Schwierigkeitsgrades.

Prädikat:                                                                                                                                    

Für Liebhaber der alpinen Kletterei, abseits von leicht zugänglichen Moderouten sind die vorgestellten Kletterwege sehr empfehlenswert.

Führermaterial:
Lechtaler Alpen erschienen im Panico Verlag.

Aktuelles:
In den Jahren 2007 bis 2012 realisierten zwei junge Spitzenkletterer aus Immenstadt im Allgäu eine Erstbegehung durch den zentralen Wandteil. Der gelbe Fels ist sehr unzuverlässig und teilweise extrem brüchig. Weite Hakenabstände erschweren die Kletterei zusätzlich.

Kurz nach der Erstbegehung kletterten Reinhard Hones und Florian Jehle die Route für Filmaufnahmen nochmals. Auf Grund eines in diesem Gestein fast vorhersehbaren Griffausbruches stürzte Jehle nach einen weiten Flug ins Seil und schlug mit großer Wucht an die Wand an. Dabei verletzte er sich am Fuß und musste mit dem Hubscharauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Wer das Abenteuer mit Risikopotential liebt, der findet in „Forever Joung“ 9  sicherlich seine Herausforderung.