Haldejohli – Infos aus erster Hand

Die Route „Haldejohli“ wird in diversen Publikationen als gut gesicherte Rätikon Führe bis zum max. 7. Schwierigkeitsgrad beschrieben. Schaut man in die Internet Foren, dann liest man anderes. Von  weiten Hakenabständen, nicht immer ersichtlicher Linienführung und untertriebener Schwierigkeitsbewertung ist zu lesen. Mit meiner Beschreibung und einem selbst gezeichneten Topo versuche ich etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Denn die Tour ist schön, abwechslungsreich und nicht all zu schwer.

 

ROUTENINFOS

Gebirge:

Rätikon

Gipfel:                                                                                                                                                           

5.Kirchlispitze, 2428m

Route:

Südwand – rechter Teil „Haldejohli“

Namensherkunft:

???

Länge:

Ca. 370m, 12 Seillängen

Schwierigkeitsgrad:

7+, (6 A0) – persönliche Einschätzung

Charakteristik:

Sehr schöne, klassische und abwechslungsreiche Kletterei in gutem bis sehr gutem Rätikon Fels. Von Platten,  Kaminen, kurzen Quergängen und leichten Überhängen wird alles geboten. Eine Kletterreise die für Abwechslung sorgt und nie zu schwer wird. Dennoch sind Runouts im oberen 5. Schwierigkeitsgrad einzukalkulieren.

Absicherung:

Die Route ist mit großen Ring-Klebehaken an den Ständen ausgerüstet. An schwierigen Stellen befinden sich ein paar solide Bohrhaken (Schwerlastanker). Dennoch sind Camalots/Friends und ein paar Köpferl-/Sanduhr Schlingen sehr Nerven schonend.

Material:

50m Doppelseil, 12 Express, kleine bis mittlere Cams/Friends, 2-3 Sanduhrschlingen, Helm, Sicherungs-/Abseilgerät.

Zustieg:

Vom Parkplatz des „Grüscher Älpli“ folgt man zu Fuß dem Fahrweg bis in den Talboden hinein. Von dort leitet der Wanderweg im Aufstiegssinne links des Baches zum „Schweizer Tor“ hinauf. Am Wegweiser vor den Südwänden erkennt man am linken Rand der 7. Kirchlispitze eine tiefe Rinne die in die Scharte zwischen 6. und 7. Kirchlispitze leitet. Vom linken Rand der 7. Kirchlispitze leicht links ansteigend bis zum tiefsten Punkt der gut erkennbaren Rinne.

Grüscher Älpli – Einstieg ca. 45 Minuten.

Abstieg:

Vom Gipfel der 5. Kirchlispitze dem Grat bis zur Scharte vor der 4. Kirchlispitze folgen (den letzten Turm auf der Südseite umgehen). Hier befindet sich eine Abseilpiste für 1 x 60m oder 2 x 30 m bis ins Geröll. Notfalls kann hier auch im Schwierigkeitsgrad II – III abgestiegen werden. Nun in der gut sichtbaren, schwarzen Mergel Rinne Richtung Wanderweg zum Schweizer Tor absteigen und von hier zum Parkplatz zurück.

Gehzeit: Gipfel – Abseilen Richtung Norden – Wanderweg Schweizer Tor – Parkplatz ca. 1,5 Std.

Ein Abseilen über die Route (Südwand) ist in Notfällen möglich, aber auf Grund von Steinschlag Gefahr  in der Rinne während des Seilabziehens nicht zu empfehlen.

Prädikat:

Empfehlenswert!

Eine für Rätikon Verhältnisse nicht zu schwierige Route, die interessanter ist als man von unten vermuten würde.

Tipp:

Nur bei trockenen Verhältnisse einsteigen. Der Fels ist in der Rinne sehr glatt und ausgewaschen. Bei Regen besteht akute Steinschlag Gefahr!

Ein sicherer Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln (Camalots/Friends) ist Voraussetzung für eine sichere Begehung.

Führermaterial:

Topoführer Rätikon Süd erschienen im Panico Verlag.