Route: Neue Südwestwand
Länge: ca. 100m, 4 Seillängen
Schwierigkeit: 8- oder 6+/A1
Charakter: In der „Strickleiter-Zeit“ war die 1954 von A. Kleemaier und L. Schuster erstbegangene und mit V+/A2 eingestufte Route ein absoluter Extremklassiker. Ende der Achziger Jahre wurde hier das erste Mal der unter achte Schwierigkeitsgrad in den Tannheimer Bergen geklettert. Nach der Sanierung und der leichten Verlegung der Route in besseren Fels, bietet die Südwestwand einen kurzen aber eindrucksvollen Klettergenuss. Der überhängende Abschlussriss hat schon manchen Freikletterer mächtig ins Schwitzen gebracht.
Absicherung: Die Route ist vollständig mit Bohrhaken ausgerüstet. Weiteres Material zur Absicherung ist nicht notwendig.
Abstieg: Es kann mit einem 50 m Doppelseil abgeseilt werden. Bei den ersten beiden kurzen Abseilfahrten müssen unbedingt einige Zwischensicherungen, wegen der Überhäng, eingehängt werden. Der weitere Aufstieg zum Hochwiesler Gipfel ist ebenfalls möglich.
Tipp: Eine schöne kurze Nachmittagstour (Sonne!).
Route: Gelbfieber
Länge: ca. 100m, 5 Seillängen
Schwierigkeit: 9-
Charakter: Die Freikletterroute wurde von unten über die alte Technoroute „Allgäuer Weg“ erstbegangen. Nach eineinhalb Seillängen führt sie in eigenständiger Linie zum Ausstiegsriss der SW-Wand Route. Nachträglich wurde der spektakuläre Kletterweg durch die gelben, teilweise brüchigen, Überhänge geputzt und ab und zu verfestigt. Nun ist die Route auch für alpin ambitionierte Sportkletterer empfehlenswert.
Absicherung: Die Route ist vollständig mit Inox-Bohrhaken ausgerüstet. Weiteres Material zur Absicherung ist nicht notwendig.
Abstieg: Es kann mit einem 50 m Doppelseil abgeseilt werden. Bei den ersten beiden kurzen Abseilfahrten müssen unbedingt einige Zwischensicherungen, wegen der Überhänge, eingehängt werden. Der weitere Aufstieg zum Hochwiesler Gipfel ist ebenfalls möglich.
Tipp: Wer sich in der „Neuen Südwestwandroute“ einklettert und danach die „Gelbfieber“ anhängt kann sich über einen ausgefüllten Klettertag freuen.
Bemerkenswert: Die Dresdner Spitzenkletterer Tobis Wolf (eheml. Deutscher Juniorenmeister im Schwierigkeitsklettern) sowie Markus Hoppe (eheml. Deutscher Bouldermeister und Deutscher Meister im Schwierigkeitsklettern) konnten die Route jeweils im „onsight“ durchsteigen.

Stand 2010

Anmerkung:
An den Südwänden der Tannheimer Berge haben wir eine sehr unterschiedliche Gesteinsqualität. Von herrlich festen Platten bis extrem bröseligen Überhängen findet man alles. Manchmal sogar in einer Route auf engstem Raum. Aus diesem Grund habe ich bei einigen meiner Erstbegehungen nachträglich ein paar wichtige Griffe/Tritte mit Sika unterstützt. Es ging mir nicht darum eine Route zu bauen, sondern Wege zu hinterlassen, die für kommende Kletterer in der Gesteinsqualität und den technischen Anforderung gleichbleibend sind. Es wäre zu schade und ärgerlich, wenn sich durch Griffausbrüche die Schwierigkeiten ständig ändern und die Routen deshalb nicht mehr nachvollziehbar sind. Mein Beweggrund ist, in einem solch hoch frequentierten alpinen Sportklettergebiet schöne Kletterwege zu hinterlassen. Ich hoffe, sie bleiben über viele Jahre in ihrer Art und in ihre Homogenität  erhalten, so dass sie allen Wiederholern viel Freude bereiten. Denn nur dann lohnt sich die ganze Arbeit in meiner Freizeit. 

Wer damit nicht einverstanden ist, sollte andere Routen anvisieren. Doch in den meisten der viel begangenen Südwand Touren wurde aus ähnlich nachvollziehbaren Gründen ganz bewusst brüchige Felspartien abgeräumt, manchmal verfestigt und Bohrhaken von oben kommend eingeklebt. Die große Beliebtheit des Gebietes und die zurückgegangenen Unfallzahlen stehen für sich.