Juni 2014

Video – „Pou Brothers“ am Bhagirathi

Wie bereits in meinen kurzen Shivling-Berichten erwähnt, war nur eine weitere Expeditionsgruppe zu unserer Zeit im indischen Himalaja aktiv. Es handelte sich um die spanischen „Pou-Brüder“, die in ihrer Heimat als Extrembergsteiger einen hohen Bekanntheitsgrad genießen. Mehrfach wurden sie schon mit den deutschen Spitzenalpinisten, den „Huber-Brüdern“ verglichen.

Anbei einige übersetzte Auszüge aus spanischen und englischen Medien, die darüber berichteten:

Die härteste Expedition ihrer Karriere

Beide Brüder waren sich einig, dass sie die härteste Expedition ihrer Profi-Bergsteiger Karriere hinter sich hatten:

„Wir wussten, dass es eine große Herausforderung werden wird, rechneten aber nicht damit, an unsere Grenzen zu stoßen.  „Die Bedingungen waren extrem hart, da es an 25 von den 30 Expeditions-Tagen geschneit hat und wir mit Temperaturen unter 15 Grad Celsius kämpfen mussten.

Versuch der ersten freien Begehung des „Katalanenpfeilers“

Ihren ursprünglichen Plan, den 1300 Meter hohen „Katalanenpfeiler“ (VI A3/A3+), am Bhagirathi III (6454 m), auch Impossible Star genannt, als erste frei zu erklettern, mussten sie sehr schnell aufgeben. Zu viel Schnee, verbunden mit Stürmen und Eisschlag waren die ausschlaggebenden Gründe für den Rückzug.

Neue Route am Bhagirathi II, 6512m

Um nicht mit völlig leeren Händen nach Hause fahren zu müssen, konzentrierten sich nun auf eine 600m hohe, bisher noch nicht durchstiegene Wand im unteren Teil des Bhagirathi II.

„Bisher konnten wir bereits einige gute Wiederholungen im Himalaya für uns verbuchen, hatten aber bisher nicht den Mut eine völlig neue Route an einem schwierigen Berg zu eröffnen. Das versuchten wir jetzt hier im indischen Himalaya am Bhagirathi II, was auch fast gelungen ist. Denn die Wand wurde von uns erstmals durchstiegen, der jedoch noch weit entfernte Gipfel leider nicht erreicht.

Beste Jahreszeit

„Wir haben uns für den Vormonsun im Frühjahr entschieden, weil in der Regel das Wetter zu dieser Zeit schön und stabil ist. Aber heuer war alles anders. Am Ende hatten wir kaum einen Tag mit guten Kletterbedingungen und akzeptablen Temperaturen, sagt Iker Pou.

Extrembergsteiger können durchhalten

Trotzdem sind sie mit dem was sie erreicht haben, zufrieden.

„Als Extrembergsteiger können dir solche Situationen an denen alles anders ist, passieren. Darauf muss man vorbereitet sein. Selten wirst du in den Bergen die besten Bedingungen vorfinden. Deshalb ist wichtig, dass man das Beste daraus macht und durchhält“.

Glück haben, um zu überleben

Die Expedition der spanischen Pou-Brüder begann in der letzten April Woche 2014 und endete Anfang Juni.

Das, was sie in dieser intensiven Zeit unter den widrigen Bedingungen am Berg erlebt haben, zeigt dieses erste kurze Video sehr deutlich. Schau den Film bis zum Ende an. Denn nach dem Abspann gibt es sehr interessante Bilder, die verdeutlichen, dass Bergsteiger oft auch Glück haben müssen, um zu überleben.

Video: Pou Brothers