20.10.2005
20:19 Uhr
Mit einer hübschen Frau auf einem schönen Gipfel. Was will man mehr...
Gipfelbild Geiselstein
  
Endlich, der Klettertag kann beginnen...
Hochwiesler Einstieg

Susanne klettert die letzten Meter der -Via Anita- am Hochwiesler.
Am Ausstieg der -Via Anita-

Mitte Oktober um 17 Uhr allein am Gipfel. Ein schöner Klettertag geht zu Ende...
Hochwiesler Gipfel

Die letzten Sonnenstrahlen über dem Tannheimer Tal im Spätherbst.
Letzte Sonnenstrahlen



  








   Am Wochenende herrscht Kletterwetter in den Allgäuer Alpen
von Walter Hölzler

Am Wochenende herrscht Kletterwetter in den Allgäuer Alpen.

Nachdem der Sommer das Allgäu heuer ausgelassen hat, werden wir momentan mit einem goldenen Oktober belohnt. Die letzten zwei Wochen stieg das Thermometer an den Südwänden der Berge bis 2.500 Meter Höhe zeitweise auf über 20 Grad Celsius. Alle Routen sind "staubtrocken" und in bestem Zustand. Am kommenden Wochenende ist für Deutschland eher wechselhaftes Wetter angesagt. Der schweizerische Wetterbericht teilt diese Meinung aber nicht, am Nordrand der Alpen (auch Allgäu) soll Föhn aufkommen. Das heißt, warme Luft aus Italien drückt das schlechte Wetter ins Flachland. Von Regen in den Bergen keine Spur...

Neues aus dem Tannheimer Tal
An der "Schwarzen Mamba" gab es am Beginn der zweiten Seillänge eine gefährliche Stelle, da eine große Schuppe locker gewesen ist. Diese habe ich gefahrlos in die Tiefe befördert und am zweiten Haken eine Schlinge befestigt. Nun kann man mit einem großen Spreizschritt sehr sicher einhängen. Auch andere Passagen versuchte ich von losen Schuppen zu befreien, denn der regnerische Sommer mit stark wechselnden Temperaturen hat im rissdurchsetzten Fels der Tannheimer Südwände Spuren hinterlassen.
Die Route ist absolut trocken und sehr zu empfehlen. Trotzdem ist sie alpin und eher etwas härter bewertet. Ein Rückzug aus allen Passagen der Route ist auf Grund der Klebehaken problemlos zu bewältigen.

Schon den ganzen Sommer über kursiert das Gerücht, dass in "Gelbfieber" ein wichtiger Griff fehlt und deshalb kein Rotpunktdurchstieg möglich sei. Ich habe mich vor ein paar Wochen selbst davon überzeugt: Es stimmt wirklich nicht! Also, "Gelbfieber" ist schwer, aber ein Highlight für Ausdauerkletterer, denn die Route hängt fast durchgehend über und ist hervorragend gesichert. Viel Spaß!

Neu: "Highlight der Träume"
Meine neueste Kreation "Highlight der Träume" wartet auf Wiederholer. Auch hier muss man keine Angst haben - aber natürlich Klettern können. Nach dem überhängenden Riss kann man mit einem Doppelseil abseilen. Aber nicht vergessen: In der ersten Abseillänge sollten wegen dem Überhang Expressschlingen eingehängt werden.

Keine weitere Wiederholung
Nach meiner Erstbegehung und dem "Flash" vom Deutschen Bouldermeister 2005, Markus Hoppe aus Dresden, habe ich noch nichts von einer weiteren, sauberen Rotpunktbegehung der Route "Spiderman" gehört. Wenn es doch jemanden gibt, wäre es nett, wenn ich eine Rückmeldung erhielte. Auch an der Route "Spiderman" herrschen momentan optimale Verhältnisse. Wer aber den achten Grad im alpinen Gelände nicht beherrscht, wird keine Freude haben; die Route ist gut, aber anspruchsvoll gesichert.

Genusstour am Hochwiesler
Nein, es gibt nicht nur schwere Wege. Vor ein paar Tagen bin ich die Via Anita (5+) am Hochwiesler zum ersten Mal geklettert. Und es hat großen Spaß gemacht. Das Problem ist meist nur, dass sie sehr gut besucht ist. Daher empfehle ich, mittags einzusteigen und die letzten Sonnenstrahlen am Gipfel zu genießen.

Die schönste Sechser Route ist meiner Meinung nach die Südwestkante mit Gipfeldurchstieg an der Roten Flüh. Infos dazu wie zu allen anderen Kletterwegen gibt es bei mir unter Topos.

Das Gimpelhaus ist bis zum ersten November geöffnet. Infos über Übernachtungsmöglichkeit und das Wetter gibt es unter der 0043 56758141,

Wer nicht so weit laufen möchte und trotzdem alpin unterwegs ist, dem sei der Sebenkopf zu empfehlen. Die Gondelbahn zum Füssenen Jöchle ist noch in Betrieb. Von dort dauert es rund eine halbe Stunde bis zum Einstieg. Gute Wanderschuhe und Skistöcke erleichtern die Querung auf steilem Gras.

Viel Kletterspaß im goldenen Oktober,
Walter


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