Schwierigkeitsbewertung Alpiner Routen

Oft bekomme ich Feedbacks über die von mir erstbegangenen und eingerichteten Routen. Das freut mich natürlich sehr, da ich dann weiß ob sich meine Arbeit in den steilen und meist nicht immer leicht zugänglichen Felswänden gelohnt hat. Vielfach bekomme ich auch Hinweise, ich solle doch den  ein oder andere Haken tiefer, höher oder weiter nach rechts setzen… Zusätzlich gibt es die unterschiedlichen Bemerkungen zu div. Schwierigkeitsgraden die von meiner Seite bewusst immer nur als Vorschläge angegeben werden. Wer meine Routen kennt weiß, dass sie die Tendenz zu einer eher strengeren Bewertung aufweisen. Darauf kann man sich aber einstellen.

Hier einige Auszüge aus meinem E-Mail Briefkasten ohne irgendeine Reihenfolge und Wertung, natürlich auch ohne Absender:

Schwarze Mamba 8

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: Markus Hoppe (Dresden)

Walter  (Antwort auf die Kritik von brüchigen Routen in den Tannheimern)

…Ich freue mich immer über die Einschätzung meiner Routen und nehme diese Kritik gerne auf. So bin ich nach einer Stellungnahme eines Kletterers aus Ulm der meinte, dass die „Schwarze Mamba“ zu brüchig sei, extra an einem Regentag hinaufgestiegen und habe sie nochmals geputzt. Aber ich kann beim besten Willen keinen Gardaseefels aus den Tannheimern zaubern… Es ist halt kein Klettergarten mit markierten Griffen. Meiner Meinung weist die Route fast durchgehend festen und schön kletterbaren Fels auf. Ein gewisses „Alpines Ambiente“ gehört dazu!

E-Mail eines Kletterers

…Erste Seillänge ist für 7+ brügelhart, nehme an, da fehlen Griffe schon in der ersten Länge…

Walter (Stellungnahme zu Griffausbrüchen)

…Von Griffausbrüchen ist nichts bekannt und kann ich mir kaum vorstellen. Die Route habe ich in aufwändiger Arbeit gut „ausgeputzt“.

Walter (Antwort auf die Kritik zu weiter Hakenabstände)

…Ich habe versucht meine Routen anspruchsvoll, aber sicher auszurüsten. So benötigt man nirgends Keile oder Friends, da es eh nicht viele Möglichkeiten gibt. Es ist halt nicht der Rottachberg, an dem jeden Meter ein Haken steckt und die Exen bereits hängen…

E-Mail eines Kletterers

… Was uns beide aber immer noch etwas beschäftigt ist die 3. Seillänge nachdem ich die ersten easy onsighten konnte. Irgendwas stimmt da mit 7 nicht, ist aber auf der anderen Seite wieder egal, weil schwerer als die ersten beiden Längen ist es auch sicher nicht.

Walter

…Ich habe die Schwarze Mamba schon lange nicht mehr begangen, deswegen kann ich dir nicht sagen ob sich in der 3. Seillänge durch Griffausbruch etwas verändert hat.

Ich weiß aber noch, dass es da einen schlecht einsehbaren Längenzug gibt (Einzelstelle).

Dass euch die Tour gefallen hat ist das Wichtigste und freut mich natürlich sehr!

Walter (Antwort auf die Kritik zu harter Bewertung)

…Ich hatte die Route damals mit 8- eingestuft und somit um vieles leichter bewertet als die „Via Barbara“ 8+. Andere Kletterer meinten, die Mamba seil viel schwerer wie von mir angegeben, so dass mindestens der 8. Grad im Topo stehen muss. Teilweise sprachen wirklich gute Sportkletterer von 8+ in der 2. Seillänge. Ich vermute, die verpassten die Kletterlinie total…

Im Panico Führer haben wir uns jetzt auf den 8. Grad geeinigt.

E-Mail eines Kletterers (Schwierigkeitsangaben passen im Großen und Ganzen)

PS: Weitere mir bekannte Touren von Dir: Schwarze Mamba: Hervorragend! 1. SL 8-, 2. 8 (so
stehts ja auch im Führer). Perfekte Tour.

  

Highway der Träume 8

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: vermutl. Günter Bahr (Augsburg)

E-Mail eines Kletterers 

…Zur Tour. Die mit 8 bewertete 3. Seillänge kam uns unendlich schwer vor. Konnte die Stelle überhaupt nicht klettern, (bin aber die Woche zuvor die Schlüssellänge der  „Via Barbara“ 8+  fast durchgeklettert). Außerdem lässt sich die Stelle auch mit Schlinge steigen nicht wirklich auszutricksen und der Haken ist zwar ganz nah da, aber nicht ganz optimal positioniert (Gefahr das man links hinters Seil einfädelt beim Stürzen).

Bis auf diese 2 abartig schweren Stellen  hat´s uns gut gefallen, auch wenn uns Mutter Natur 2 Griffe zu wenig zur Verfügung gestellt hat für einen homogenen und g´scheit bewältigbaren Traum.

E-Mail eines Kletterers 

…Lieber Walter, letzten Sonntag war ich mal in den Tannheimern und habe u.a. den Highway
der Träume geklettert, besser gesagt probiert. Die Stelle am dritten Haken in der dritten Seillänge war leider ein Buch mit sieben Siegeln für mich, der Rest ging ganz gut. Da mich dieses Versagen doch etwas wurmt und ich die Tour eigentlich gerne Rotpunkt klettern möchte, die Frage an dich, gibt es da einen Trick, hab ich was übersehen oder bin ich Bewegungslegastheniker? Vieleicht kannst du mir weiterhelfen.
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
.

Walter                                                                                               

Hallo …, es freut mich von dir zu hören, und dass du in den Tannheimern warst.
Die Stelle hat schon manchen zur Verzweiflung gebracht und mir angeregte Mails
beschert… Da ich erst vor kurzem in der Route war, um die Stände zu sanieren, weiß ich
noch einigermaßen wie es funktioniert und beschreibe es dir wie folgt…

Walter (Stellungnahme zur Bewertung von Highway der Träume)

…Als ich die Highway der Träume am Hochwiesler mit 8 (zwei Einzelstellen) recht hart bewertete, bekam ich einige Mails, dass diese Einstufung nun wirklich nicht stimmen könne.

Mindestens drei Kletterer, die im „on sight“ durch kamen, stimmten dennoch meiner strengen Bewertung zu und bestätigten mich, weil es eben 8er Einzelstellen sind.

E-Mail eines Kletterers (Schwierigkeitsangaben passen im Großen und Ganzen)

…Lieber Walter, ohne dass ich bisher die schwarze Mamba selber geklettert bin, hab ich
doch nun einige Klettereien, die auf dein Konto gehen, hinter mir und kenne die
meisten Routen im Tannheimer. 
Der … ist die Route schon geklettert und ich hab mit ihm kurz gesprochen. Wir sind beide der Meinung, dass deine Schwierigkeitsangaben egal ob in dieser oder einer anderen (Highway z.B.) sehr zutreffend sind und keiner Korrektur bedürfen.
Bitte halte es wie weiterhin, versuche den Schwierigkeitsstandart und den von dir gepflegten Sicherheitsstandart beizubehalten. Wir brauchen nicht im ganzen Gebiet die BH abstände von Plaisierrouten .
Viele liebe Grüße

 E-Mail eines Kletterers (Schwierigkeitsangaben passen im Großen und Ganzen)

Hallo Walter, ich bin vor ein paar Tagen deine Route „Highway der Träume“ geklettert. Eine Wahnsinns-Tour! Ich bin so ziemlich alles bis 8 in den Tannheimern geklettert und kann dir nur zustimmen: ein wahrer Diamant am Hochwiesler!
Vielen Dank für diese tolle Tour!

 

 Gimpelperle 8-

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: ?

E-Mail eines Kletterers (zu leichte Bewertung?)                                                                                                       

DANKE für deine Mühe in deiner Heimat – tja für dieses Jahr wars das wohl mit dem Schrei aus Stein, gehe davon aus, dass dort die Schwierigkeiten anhaltender sind. Insbesondere die 7+ SL in Gimpelperle sind ja sehr human – sprich nur kurz  schwer.

Walter (Antwort auf möglicherweise zu leichte Bewertung)                                                                                

…In Bezug auf die Schwierigkeitsbewertung wurde mir schon geschrieben, dass sie o. k. aber dennoch nicht zu leicht bewertet ist. Siehst du das anders?  Ich kann mir nur einen objektiven Eindruck verschaffen, wenn ich mehrere Meinungen einholt habe.

E-Mail eines Kletterers  (zu harte Bewertung?)                                                                                                       

…Ich schreibe Dir, weil mir in der 8- Seillänge aufgefallen ist, das der letzte Zwischenbohrhaken vor dem Standplatz ja in unmittelbarer logischen Linie gebohrt ist, aber unserer Meinung nach schon wesentlich schwerer als 8- ist.  Ich wollte das nur anmerken, weil ich es immer wieder super finde, wenn sich Kletterer die Arbeit machen und eine tolle Linie einbohren und dann vielleicht auch froh sind, wenn man eine Anregung oder ein Feedback bekommt.
Frag doch jemanden, den Du kennst, der sie erst kürzlich geklettert ist, was der meint, ob derjenige das bestätigen kann. Ich kann mich auch irre täuschen!!!
Auf alle Fälle hatten wir gestern sehr viel Spass und die Route werden wir wärmstens weiterempfehlen. Wirklich klasse die „Gimpelperle“!
Viele Grüße unbekannterweise.

Walter  (Stellungnahme zur Bewertung von Gimpelperle)                                                                                  

…Als ich die Gimpelperle an der Gimpel Nordwand ins Netz stellte, bewertete ich die 2. Seillänge mit glatt 8 (Ausdauer). Gute Kletterer die davor die Spiderman begangen hatten, meinten ich müsse den Schwierigkeitsvorschlag auf 8- abändern, was ich dann auch tat.

Griffausbrüche in dieser doch sehr kompakten Seillänge kann ich mir fast nicht vorstellen.

 

 Schrei aus Stein 9-/9

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: Herbert Weiss (Augsburg)

 Aus einem Internet Blog  (zu leichte und dann zu harte Bewertung?)                                                               

Die eigentliche Schlüssellänge, der überhängende Riss, wurde im unteren Bereich etwas geputzt und …  zog dann in souveräner Manier im ersten Anhieb bis zum Stand. Auch ich konnte den Riss im RP-Stiel sauber durchklettern, die geringeren Kraftreserven gegenüber … gleichte ich mit Tapehandschuhen aus und konnte mit einigen Klemmern die Oberarme und Finger entlasten. Bewertungsvorschlag ca. 7b/7b+ . Auch die letzten zwei  Länge an der Gipfelwand erforderten noch höchste Konzentration und einiges an Kraftreserven. 8- im Topo für die vorletzte Seillänge ist wohl eher geschätzt, im OS sicher 7a/7a+.

Walter (Stellungnahme zur subjektiven Einschätzung von Schwierigkeitsgraden)

Ich habe die Route von unten eingebohrt, dann geklettert und anschließend den Schwierigkeitsgrad eingeschätzt. Ich weiß nicht, wie man es anders machen soll, als schätzen… Denn genaue Kriterien (Regeln) für eine Schwierigkeitsbewertung, nach denen man schematisch vorgeht, gibt es meines Wissens beim Klettern noch nicht.

Walter (Stellungnahme zur zu leichten und dann zu harten Bewertung)                                                           

Heuer wurde auch die Schrei aus Stein an der Gimpel Nordwand ein paar Mal geklettert. Die Schlüsselseillänge (überhängender Riss) schlug ich mit 7b+/7c vor, da ich echt lange brauchte bis ich Rotpunkt hochgekommen bin. Wobei ich sagen muss, dass Riss klettern nicht zu meinen Stärken zählt. Wirklich gute Kletterer aus Tirol posteten, diese Seillänge wäre nach dem „Auschecken“ und „Putzen“ sicherlich nicht härter als 7b/7b+. Dafür müsse aber die obere 6c+ Seillänge (obl.) mindestens auf 7a wenn nicht sogar auf 7a+ aufgewertet werden. Diese ist halt weniger zum „Auschecken“ geeignet, weshalb man im on sight durch muss. Wer das nicht schafft oder nicht richtig an die Griffe klettert, macht einen recht weiten Satz… Genau darin sehe ich eben auch einen Unterschied in der Schwierigkeitseinschätzung. Triffst du die einfachste Sequenz einer Stelle, kann es viel einfacher sein als wenn du die wichtigen Griffe/Tritte übersiehst oder sie falsch benützt.

E-Mail eines Kletterers                                                                                                                                                  

Hallo Walter, am letzten Sonntag habe ich mit einem Kumpel die Tour Schrei aus Stein geklettert.
Ich finde es eine super Tour mit vielen interessanten Seillängen! Und wollte mich an dieser Stelle für die Mühen die Tour einzurichten bedanken! Laut Wandbuch waren wir erst die 8. Seilschaft die bis oben geklettert ist. Leider konnten wir die Schlüssellänge nicht Rotpunkt klettern. Wir hatten dennoch einen guten Tag in der Tour!

 

 Spiderman 9

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: Markus Hoppe (Dresden)

E-Mail eines Kletterers  (Vergleich von Schwierigkeitsangaben div. Routen)                                                

Hallo Walter, habe gestern mit … den Spiderman geklettert und wollte auf diesem Wege herzlichen Dank für diese Kreation loswerden. Das wird auf jeden Fall eine bleibende Erinnerung. Kann auf jeden Fall mit renommierten Highlights anderswo mithalten! Der Fels war staubtrocken und erstaunlich sauber, dafür dass sich der Andrang in der Tour doch eher in Grenzen hält.

Bei mir hat’s gleich im Rotpunkt geklappt. Die 2. Seillänge musste ich nochmal machen, der Rest lief im onsight. Es ist interessant, dass du die Schlüssellänge von „Schrei aus Stein“ 9-/9 schwerer als die vom Spiderman 9 empfunden hast. Die 2. Länge von Spiderman 9-  würde ich zumindest für einen onsight deutlich schwerer einstufen als die Schlüsselseillänge von „Schrei aus Stein“ . Da hat man beim Zug über dem großen Loch nicht viel Zeit zum Lesen. Die Schlüsselstelle in der vorletzten SL vom Spiderman 9 ist halt ein deutlich anderer Charakter.

Walter (Stellungnahme zur Bewertung von Spiderman)

Als ich vor vielen Jahren den Nationalmannschaftskletterer Markus Hoppe aus Dresden die Spiderman klettern lies, kam er bis auf wenige Tipps von mir im on sight durch. Sicherlich fand er nicht die leichtest mögliche Griffabfolge, was im on-sight eher selten der Fall ist. Nach seiner Begehung meinte er, man könne die Route im on-sight mit hart 9 vielleicht sogar mit 9/9+ bewerten. Sein persönliches Kletterniveau liegt bei 11.

Der Allgäuer Spitzenkletterer Florian Behnke musste ein paar Mal ran, bis er sie punkten konnte. Als er wusste wie es funktioniert, stufte er die Schlüsselstelle mit glatt 9 ein. Auch hier sehe ich den großen Unterschied eine Kletterlinie „auszubouldern“ oder sie im „on-sight Stil“ zu begehen. Dennoch hat sich jetzt für Spiderman der 9. Grad etabliert.

 

 Gelbfieber  9-

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: Tobias Wolf (Dresden)

E-Mail eines Kletterers                                                                                                                                                

Wir wollten eigentlich Gelbfieber klettern, bis einer kam und sagte die erste Länge sei seit Griffausbrüchen deutlich schwerer als 8+. Auch in der Schlüssellänge sollen Griffe fehlen.

Walter                                                                                                                                                                             

In Gelbfieber hat sich seit der Erstbegehung und dem Festkleben brüchiger und wichtiger Griffe nichts verändert. Der Fels ist fest, aber sehr schwer zu lesen.

 

 Sturm im Paradies 8+

Erstbegehung: Walter Hölzler

Erste onsight Begehung: vermtl. Markus Köcheler (Oberstdorf)

E-Mail eines Kletterers (In anderen Gebieten wird sicherlich härter bewertet…)                                            

…überhaupt bin ich gestern mal wieder ein paar Blautal-7+ geklettert, huiuiui!, wenn man das so vergleicht – aber insgesamt ist es ja in sich stimmig bewertet bei Dir).

 E-Mail eines Kletterers (steht nicht im Zusammenhang mit der oberen Mail)                                                 

… im Internet auf deine Rote Flüh Kreation gestoßen und hab am Samstag die „Sturm im Paradies“ geklettert. Prima Route, ging zwar nicht onsight, aber immerhin Rotpunkt. Die Schlüssellänge ist mit das Beste, was ich in den Tannheimern geklettert bin. Wie du das immer bloß entdeckst? Laut Wandbuch waren wir erst die 7. Begeher, ich denk, ich mach mal ein bisserl Reklame!

 

Wie ihr seht, besteht Routen einrichten nicht nur aus Klettern und bohren, sondern auch aus E-Mail beantworten, um darin Stellung zu beziehen. Das mache ich aber gerne und gehört dazu.

Die Vorgehensweise Routen einrichten, sie dann Rotpunkt zu klettern und anschließend zu bewerten geschieht fast ausschließlich aus einer persönlichen Sichtweise heraus. Das ist der Tatsache einer Erstbegehung geschuldet. Dennoch versuche ich mich möglichst objektiv zu verhalten und gebe erst einen „Schwierigkeitsvorschlag“ ab, nachdem andere Wiederholer ebenfalls ihre Meinung kundtun. Jeder kann dann für sich selbst entscheiden ob es passt oder nicht. Meist betragen die gefühlten Unterschiede aber nur einen halben Grad, so dass man mir nicht vorwerfen kann ich würde mich mit zu harten Bewertungen profilieren wollen.

Es ist immer gut Informationen über den Routenzustand zu bekommen, so dass ich weiß ob es nicht irgendwo gefährliche Stellen gibt oder ich mit meiner Bewertung voll daneben liege.

Polarstern 8+

Vor ein paar Jahren bin ich im Frühwinter bei Schneefall auf den Hochwiesler gestiegen, um von oben einen riesigen lockeren Stein aus der Route „Polarstern“ zu entfernen. Wäre der labile Felsblock bei einer Begehung ausgebrochen, hätte das fatale Folgen für unten kletternde Seilschaften in diesem Wandbereich gehabt.

Highway der Träume 8

Ein guter Kletterer teilte mir vor ein paar Jahren mit, dass im „Highway der Träume“ Bohrhaken locker wären. Das konnte ich fast nicht glauben. Dennoch kletterte ich extra die Route nochmals und stellte fest, dass im weichen gelben Fels die kurzen Bohrhaken nicht genügend Festigkeit besitzen. Also musste ich wieder mit der Bohrmaschine antreten, um lange Bohrhaken einzusetzen.

Wildendach 8

Bei meiner Neutour „Wildendach“ geht es oben in die alte Route „Wildenschreck“. Hier beließ ich einen Runout der original Tour. Bei meiner Rotpunktbegehung brach mir genau bei diesem Runout ein wichtiger Griff aus, so dass ich 10 Meter durch die Luft flog und meinen Sicherungspartner voll traf. Was passiert wäre, wenn er ausgelassen hätte, möchte ich mir nicht ausmalen… So etwas darf in meinen Routen nicht passieren dachte ich und stieg letzte Woche extra nochmals dort hoch, um diesen gefährlichen Bereich zu entschärfen. Denn meine Routen sollen anspruchsvoll, jedoch nicht unkalkulierbar gefährlich sein. Ich sehe mich da als einen „Dienstleister“ der Alpin Kletterer, wie es auch schon vor Jahren der bekannte Schweizer Spitzenalpinist und Routen Erschließer Jürg von Känel von sich behauptete.

 

Liebe Kletterer und Kletterinnen ich freue mich, wenn ich Euch mit meinen Routen einen schönen Klettertag bescheren kann und Ihr gefordert, aber unverletzt wieder nach Hause kommt. Ob die ein oder andere Seillänge nun einen halben Grad schwerer oder leichter ist, sollte nicht die Hauptsache beim Alpinklettern sein.

Dennoch freue ich mich immer über konstruktive Feedbacks und beantworte sie gerne. Ich tue mein Bestes…

 

Einen schönen Kletterherbst 2015 wünscht Euch

Walter