Rote Flüh Klettern

Schwarze Mamba 8:

Seit Jahren ein Klassiker der alpin orientierten Sportkletterszene. Die Einstiegsseillänge ist nach Regenfällen länger nass und befindet sich vormittags im Schatten. Daher lieber etwas später einsteigen und die Sonne genießen. Die Route ist vollständig mit Klebehaken ausgerüstet. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite. Ansonsten kann auch die Abseilpiste der Roten Flüh Südwestwand oder die Abseilpiste durch die Hochwiesler Südwand genutzt werden.

Südostwand 6+:

Eine klassisch alte Route im oberen 6. Grad, die gleich am Beginn mit der Schlüsselstelle aufwartet. Ab Wandmitte folgt man schönen Kaminen mit einem recht ausgesetzten Quergang dazwischen. Die letzten zwei  Seillängen erfordert achtsames Klettern in etwas unzuverlässigem Felsgelände. Durch eine geschickte Linienwahl am Rande der großen Rinne kann Steinschlag vermieden werden. Die gesamte Route ist mit Klebehaken in größeren Abständen saniert. Mobile Sicherungsgeräte können den ein oder anderen Runout entschärfen. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand). Topo im Kletterführer.

Welcome to Tijuana 8+/9-:

Durchgehend anspruchsvolle Sportkletterei in teilweise sehr kompaktem, dafür aber auch hervorragendem Fels. Die Schlüsselstelle auf Höhe der „drei Tannen“ fordert hohen technischen Einsatz an sehr unübersichtlichen Auflegern. Zusätzlich erschweren deutliche „Abriebsspuren“ die Reibungswirkung. Klebehaken befinden sich an allen wichtigen Stellen, sind aber nicht übermäßig eng gesetzt. Keile und Friends/Camalots sollten am Gurt hängen. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand). Topo im Kletterführer.

Zentralpfeiler 9-: 

Der Zentralpfeiler bietet sehr abwechslungsreiche und ausdauernde Kletterei in einer immer steiler werdenden Wand. Die sinnvolle Kombination mit „Welcome to Tijuana“ habe ich auf meiner Homepage unter Topos ausführlich beschrieben. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand).

Südverschneidung 6+: 

Früher wie heute ein absoluter Klassiker im oberen 6. Schwierigkeitsgrad. Der „gelbe Riss“ bei den drei Tannen stellt die freiklettertechnische Schlüsselstelle dar. Da hier schon Jahrzehnte vor Anstrengung geschwitzt wird, ist das Gestein dementsprechend abgegriffen und teilweise etwas rutschig. Wenigstens bricht kein Griff mehr aus… Im Anschluss folgen herrliche Kletterstellen an durchgehend gutem Fels. An allen neuralgischen Stellen wurde Klebehaken gesetzt. Mit dem  zusätzlichen Einsatz von mobilen Sicherungsgeräten kann die Tour auf ein benutzerfreundliches Niveau entschärft werden. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand).

Direkte Südwand 6+: 

Auch hier handelt es sich um eine wirklich empfehlenswerte Kamin und Verschneidungsroute im oberen 6. Schwierigkeitsgrad. Den „gelben Riss“ 6+  kann man mitnehmen oder links (etwas brüchig) umgehen. Die Schwierigkeitsangaben im aktuellen Panico Führer sind meiner Meinung nach nicht mehr passend, da die überhängende Schlüsselseillänge (gut gesichert) mit recht schwer zu haltenden Griffen eine Menge Kraft fordern. Ich würde das Anforderungsprofil durchaus mit dem gelben Riss vergleichen. Nach Regenfällen hält sich die Feuchtigkeit oft lange im Kamingrund der oberen Seillängen, weshalb man nur bei Trockenheit einsteigen sollte. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand). Topo im Kletterführer.

Alte Südwand 4+:

Die leichteste Route an der Roten Flüh. Dennoch sollte man das Unternehmen nicht falsch einschätzen. Nur an wichtigen Stellen wurden Klebehaken in entsprechend weiten Abständen gesetzt. Der „schlüpfrige Kamin“ der 3. Seillänge ist oft nass und dann nicht einfach zu begehen. Alternativ gibt es kurz davor eine Direktvariante links hinauf im Schwierigkeitsgrad 5+. Im oberen Wandteil liegt viel loses Gestein vom Frühjahr herum. Unterhalb kletternde Seilschaften wären bei unvorsichtiger Linienwahl sehr schnell durch herabfallende Steine gefährdet. Darauf achten!  Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand). Topo im Kletterführer.

Via Barbara 8+:

Absolut empfehlenswerte und mit Klebehaken eingerichtete Freikletterlinie. Viele Jahre galt sie als „Extremklassiker“ in den Tannheimer Bergen. Jetzt ist es etwas ruhiger geworden, da sich das Angebot lohnender Routen in den letzten 15 Jahren nochmals erhöht hat. In Nähe der vorletzten Seillänge ereignete sich 2016 ein massiver Felsausbruch, der weitere Bruchlinien hinterlassen hat. Ich empfehle deshalb den Bereich zu meiden und links über die „Hinkelstein“ 8- auszusteigen. Abstieg am besten über den Normalweg auf der anderen Seite oder über die Rote Flüh Abseilpiste (Südwestwand). Topo im Kletterführer.

Spiderman 9:

Hier hat sich nichts geändert.

Südwestkante 7-:

Hier hat sich nichts geändert.

 Sturm im Paradies 8+:

Hier hat sich nichts geändert.

Niemandsland 8+:

Hier hat sich nichts geändert.

Im Westen nichts Neues 8-/8:

In der Einstiegsseillänge, auch „Lorbeerblatt“ genannt, ersetzte ich einen 6 cm langen Normalhaken durch einen Edelstahl-Schwerlastanker. Wäre er beim Sturz des Vorsteigers ausgebrochen, hätte dies im schlechtesten Fall einen Bodenaufschlag aus rund 10 Meter Höhe zur Folge gehabt. Die Auswirkungen von Rücken und Kopfverletzungen würde ich als schwerwiegend bezeichnen. Nach reiflichen Überlegungen habe ich das Gefahrenpotential eliminiert. Für den spektakulären Ausstiegsriss können dennoch ein paar mittlere Cams/Friends nicht schaden. Abseilen über die Route möglich.

 

Rote Flüh Abseilpiste durch die Südwestwand:

Anbei eine kurze Beschreibung:

Vom Gipfel der Roten Flüh folgt man dem Weg westwärts in Richtung Friedberger Klettersteig bis zu einer ca. 10 Meter hohen und fast senkrechten Felspassage. Über diese steigt man auf mehreren Stahlstiften in einen Kamingrund ab. Kurz danach weisen rote Markierungspfeile rechts um die Ecke in Richtung Friedberger Klettersteig. Diesen folgt man nicht, sondern klettert direkt über Schrofen und Geröll etwas unangenehm ca. 15 Meter gerade hinunter zur Felskante. Hier findet man die erste große Abseilkette. Mit einem 50 Meter Doppelseil gelangt man in drei Abseilfahrten bequem und schnell zum Wandfuß.

 

Gimpelhaus – der beste Stützpunkt:

Das Gimpelhaus in den Tannheimer Bergen musste in einigen Bereichen aus Feuerschutz-Gründen umgebaut werden und nun bietet  zusätzlichen Komfort. Gerade der über 4 Meter hohe Boulderraum ist bei schlechtem Wetter eine wirklich gute Alternative. Des weiteren gibt es einen größeren Seminarraum mit Beamer und Leinwand, sowie tolle Doppelzimmer incl. Dusche und WC.

Voranmeldungen für Übernachtungsgäste sind auf jeden Fall notwendig. Richtig genießen kann man die Berge unter der Woche, bei wenig Betrieb.

Gimpelhaus